steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH / NRW

Marktstraße 137–139, Hamburg St. Pauli Nord

Modernisierung und Instandsetzung eines Mehrfamilienhauses mit zwei Läden im Erdgeschoss sowie eines Hofgebäudes mit Ateliers

Das Gebäudeensemble besteht aus einem ca. 1893 errichteten Vorderhaus und einem ehemaligen Fabrikgebäude im Hof. Das Vorderhaus steht unter Denkmalschutz. Die Straßenfassade ist geputzt und mit Stuckbändern verziert. Die Erker im 1. Obergeschoss und die darüber liegenden Balkone mit Balustern prägen das Erscheinungsbild des Gebäudes.

Das gewerblich genutzte Hofgebäude wurde zu einem späteren Zeitpunkt erbaut. Es besteht aus Haupt- und Seitenflügel. Der Zeitpunkt der Errichtung ist nicht bekannt. Es existiert aus 1982 eine Bauvollendungsanzeige für den Betrieb einer Tankanlage. Weiterhin werden in der Bauakte der Betrieb von Dampffässern im Jahre 1929, im Weiteren die Nutzungen als Marzipan- und Konfitürenfabrik sowie als Autowerkstatt genannt. Derzeit werden die Obergeschosse von sechs Mietern als Ateliers genutzt.

Nach langjährigem Planungsstillstand wurde das Objekt im November 2010 in das Treuhandvermögen der steg Hamburg mbH übertragen. Im Vorderhaus wurden anschließend Bestandsaufnahmen mit umfangreichen Bauteilöffnungen und Untersuchungen des Baugrundes vorgenommen. Die Ergebnisse wurden in einem Gutachten zusammengefasst. Neben erheblichen Mängeln in der Gebäudekonstruktion ist insbesondere die Gründung unzureichend. Der ursprünglich geplante Dachgeschossausbau ist aufgrund der sich daraus ergebenden zusätzlichen Lasten nicht möglich. Beim Hofgebäude überwiegen energetische Defizite, Bauteilöffnungen konnten aufgrund der Nutzung hier nur begrenzt vorgenommen werden. Das Gutachten enthält weiterhin ein Konzept für die Modernisierung und Instandsetzung der Gebäude. Vorrangig in diesem Maßnahmenkonzept ist die Ertüchtigung der Tragkonstruktion und der Gründung.

Im Vorderhaus ist die vollständige Verfüllung des Kellergeschosses zur Herstellung der Grundbruchsicherheit erfolgt. Zur Lastabfangung innerhalb des Gebäudes wurde der Einbau diverser Stahlträger sowie zur Aussteifung die Errichtung einer neuen durchgehenden Flurwand notwendig. Die Grundrisse der sechs Wohnungen und zwei Läden sowie die Erschließung des Gebäudes blieben im Wesentlichen unverändert. Energetisch ist das Gebäude u. a. durch die Dämmung der Rückfassade sowie der neuen Sohle und der obersten Geschossdecke ertüchtigt worden. Zur Gewährleistung der Standsicherheit im Bauzustand wurde vor Beginn der Baumaßnahmen ein genaues Ablauf- und Sicherungskonzept erstellt.

Sowohl das Vorder- als auch das Hofgebäude wurden mit neuen haustechnischen Installationen ausgestattet. Zur Beheizung wurde eine gemeinsame Gaszentralheizungsanlage eingebaut. Das Hofgebäude besaß bei Errichtung als Fabrik keine Sanitäreinrichtungen, diese wurden im Laufe der Jahre tlw. provisorisch in unterschiedlicher Ausführung ergänzt. Die Planung sah daher den Einbau neuer Duschbäder vor. Im Erdgeschoss wurden zwei zusätzliche Ateliers sowie ein Ausstellungs-/Mehrzweckraum errichtet. Das gesamte Gebäude wurde hinsichtlich der Energieeffizienz erheblich verbessert. In den Außenanlagen wurden Fahrradabstellmöglichkeiten, ein kleiner Spielplatz sowie ein Müllstandort geschaffen. Das Vorderhaus Marktstr. 137/139 wurde im Programm „Modernisierung von Mietwohnungen in Sanierungsgebieten“, das Hofgebäude Marktstr. 138 zusätzlich im Förderprogramm für Nichtwohngebäude der Hamburgische Investitions- und Förderbank gefördert.


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