steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH / NRW

EnSan Projekt Kleine Freiheit 46–52, Hamburg St. Pauli Nord

Energetische Verbesserung der Bausubstanz, Entwicklung und Erprobung übertragbarer Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebestand. Realisierung energetisch unterschiedlicher Sanierungskonzeptionen an zwei baugleichen Haushälften aus der Gründerzeit in Hamburg.

Unter diesem Titel wurde das Demonstrationsbauvorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über den Projetträger in Jülich gefördert.

Das Gebäude aus der Gründerzeit, 1907 errichtet, besteht aus zwei baugleichen Haushälften. Aufgrund dieser Symmetrie bot sich die Chance eines Vergleichs einer Modernisierung / Instandsetzung der einen Gebäudehälfte mit einem hohen energetischen Standard im Gegensatz zur anderen Gebäudehälfte, in der ein Standard entsprechend den Hamburger Förderprogrammen realisiert wurde.

Zu den Kerninstrumenten des Projekts gehörte die vergleichende Untersuchung unterschiedlicher Haustechnikkonzepte, die Reduzierung von Wärmebrücken, insbesondere die Entwicklung thermisch entkoppelter Balkenköpfe, die Bewältigung der Problemstellung: Hochdämmstandard im schützenswerten Gebäudebestand, die Prüfung der Nutzerverträglichkeit sowie Messungen und Auswertungen.

Erreicht werden sollte eine Senkung des Endenergieverbrauchs um mind. 50 % im Vergleich zum Bestand (315 kWh/m²a), der Primärenergieverbrauch von 100 kWh/m²a durfte nicht überschritten werden.

Der Umfang der Maßnahmen in den 14 Wohn- und 4 Gewerbeeinheiten bezog sich insbesondere auf folgende Maßnahmen:
Erneuerung der Dachkonstruktion und Dämmung in unterschiedlichen Dämmstärken, Erneuerung der Balkone an der Straßen- und Hoffassade, jeweils thermisch entkoppelt, Montage eines Wärmedämm-Verbundsystems auf der Hofseite in unterschiedlichen Dämmstärken, Dämmung der Kellerdecken in unterschiedlichen Dämmstärken, Entwicklung und Einbau von thermisch-hygrisch entkoppelten Balkenköpfen in Verbindung mit einer straßenseitigen Innendämmung und Einbau einer kontrollierten Be- und Entlüftung in der EnSan-Gebäudehälfte, Erneuerung der gesamten Haustechnik sowie Einbau einer aufgeständerten thermischen Solaranlage.

Messungen über knapp zwei Heizperioden nach Fertigstellung machten einen Vergleich der unterschiedlichen Verbräuche sowie der investiven Kosten gegenüber den energierelevanten Betriebskosten möglich.

Alle Ziele wurden erreicht, der Endenergieverbrauch wurde um fast 80 % gesenkt, der Primärenergieverbrauch, bezogen auf die Wohnfläche, beträgt gemittelt ca. 95 kWh/m²a. Die Differenz im Heizenergieverbrauch zwischen der EnSan- und der Standard-Gebäudehälfte beträgt ca. 20 %. Die energetischen Mehrkosten in der EnSan-Gebäudehälfte betrugen ca. 167,- EUR/m², bezogen auf die Gebäudenutzfläche nach EnEV.


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